Wie sieht es nun mit unserem Hörvermögen unter Wasser aus? Jeder der schon einmal den Kopf unter Wasser getaucht hat weiß, dass man wesentlich mehr Geräuschquellen wahrnehmen kann als über Wasser. Wir können nur nicht festellen aus welcher Richtung diese Geräusche kommen. Doch woran liegt das? Der Grund hierfür liegt in der Ausbreitungsgeschwindigkeit der Schallwellen im Wasser. Eine Schallwelle ist nichts anderes als eine Druckwelle bzw. einen Stoß, den wir der Luft mitgeben und der sich durch die Luft ausbreitet. Jedes Lufteilchen, dass wir anstoßen bewegt sich gegen ein weiteres Luftteilchen und ein weiteres Luftteilchen und so weiter. Es ist prinzipiell nichts andereres als eine Reihe von Dominosteinen, die wir anstoßen. Die Geschwindigkeit, mit der sich dieser Stoß ausbreitet ist allerdings abhängig von der Dichte des jeweiligen Mediums. Je dichter das Medium, desto schneller kann sich diese Druckwelle ausbreiten und andere Teilchen anstoßen.

Wasser z.B ist wesentlich dichter als unsere Luft, weshalb uns unter Wasser Bewegungen auch wesentlich schwerer fallen. Der Mensch ist eigentlich nicht dafür ausgelegt sich im Wasser zu Verständigen bzw. zu hören. Seit Tausenden von Jahren leben wir oberhalb des Meeresspiegels und unser Gehirn hat sich an diese Gegebenheiten angepasst. An der Luft beträgt die Schallgeschwindigkeit in Abhängigkeit der Temperatur etwa \(340\frac{m}{s}\). Um einer Geräuschquelle eine Richtung zu zuordnen ermittelt unser Gehirn die Laufzeitdifferenz der Quelle zu unserem linken und unserem rechten Ohr. An einem unseren beiden Ohren kommt das Signal also später an, als beim anderen. Der Abstand unserer beiden Trommelfelle beträgt in etwa 14cm. Aus der Schallgeschwindigkeit und dem Abstand ergibt sich damit eine maximale Laufzeitdifferenz vom linken zum rechten Ohr von: \begin{align} t = \frac{[m]}{[\frac{m}{s}]}=\frac{0,14m}{340\frac{m}{s}}=0,412 ms \end{align} Bei einer minimalen Differenz nehmen wir die Richtung der Geräuschquelle von vorne oder hinten wahr. Je größer die Differenz, desto seitlicher befindet sich die Quelle (maximal sind es jedoch 90°). Unter Wasser sieht das ganze ein wenig anders aus. Mit einer durchschnittlichen Schallgeschwindigkeit von \(1500\frac{m}{s}\), ergibt sich für das menschliche Gehirn eine wesentlich kleinere Laufzeitdifferenz von nur noch: \begin{align} t = \frac{[m]}{[\frac{m}{s}]}=\frac{0,14m}{1500\frac{m}{s}}=0,093 ms \end{align} Diese Zeitdifferenz ist so klein, dass unser Gehirn nicht mehr in der Lage ist eine Richtung zu bestimmen. Jegliche Geräusche nehmen wir als von vorne oder von hinten kommend wahr. Aus diesem Grund heißt es: Vorsicht beim Auftauchen! Eine Antriebsschaube im Kopf macht große Löcher!